Albert Dietrich (* 2. November 1912 in Hamburg) ist ein deutscher Arabist.

Leben

Albert Dietrich studierte Arabistik und Orientalistik an der Universität Hamburg und wurde 1937 mit einer Arbeit über die arabischen Papyri in der Hamburger Universitätsbibliothek promoviert. Nach seinem Einsatz im Zweiten Weltkrieg ging er an die Universität Heidelberg und habilitierte sich hier 1949. 1956 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt und arbeitete als Referent an der Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts. 1959 folgte er einem Ruf der Universität Göttingen auf den Lehrstuhl für Arabistik und Islamwissenschaften, den er bis zu seiner Emeritierung 1981 innehatte. Sein Nachfolger wurde Tilman Nagel.

Albert Dietrich ist seit 1961 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und seit 1974 ausländisches Mitglied der Accademia dei Lincei. Im September 2012 wurde er zum Ehrenmitglied der Europäischen Vereinigung der Arabisten und Islamwissenschaftler (UEAI) ernannt.

Schriften (Auswahl)

  • Phönizische Ortsnamen in Spanien. Leipzig 1936
  • Arabische Papyri aus der Hamburger Staats- und Universitäts-Bibliothek. Leipzig 1937 (Dissertation)
  • Zum Drogenhandel im islamischen Ägypten: Eine Studie über die arabische Handschrift Nr. 912 der Heidelberger Papyrus-Sammlung. Heidelberg 1954
  • Arabische Briefe aus der Papyrussammlung der Hamburger Staats- und Universitäts-Bibliothek. Hamburg 1955 (Habilitationsschrift)
  • Ad-dirāsāt al-ʿarabijja fī Almānjā: Taṭaw-wuruhā at-taʾ rīḫī wa-waḍ ʿuhā al-ḥālī. Wiesbaden 1962. Zweite, vermehrte Auflage, Wiesbaden 1967
  • Islam und Abendland. Göttingen 1964
  • Die arabische Version einer unbekannten Schrift des Alexander von Aphrodisias über die Differentia specifica. Göttingen 1964
  • Medicinalia Arabica. Studien über arabische medizinische Handschriften in türkischen und syrischen Bibliotheken. Göttingen 1966
  • Orient und Abendland. Wilhelmshaven 1973 (Wilhelmshavener Vorträge 58)
  • ʿAlī Ibn Riḍwān: Über den Weg zur Glückseligkeit durch den ärztlichen Beruf. Arabischer Text nebst kommentierter deutscher Übersetzung. Göttingen 1982. ISBN 3-525-82408-4
  • Dioscurides triumphans: Ein anonymer arabischer Kommentar (Ende 12. Jh. n. Chr.) zur Materia medica. Arabischer Text nebst kommentierter deutscher Übersetzung. Zwei Teile, Göttingen 1988
  • Die Dioskurides-Erklärung des Ibn-al-Baiṭār. Ein Beitrag zur arabischen Pflanzensynonymik des Mittelalters. Arabischer Text nebst kommentierter deutscher Übersetzung. Göttingen 1991. ISBN 3-525-82478-5
  • Die Ergänzung Ibn-Ğulğul's zur Materia medica des Dioskurides. Arabischer Text nebst kommentierter deutscher Übersetzung. Göttingen 1993. ISBN 3-525-82589-7
Herausgeberschaft
  • Synkretismus im syrisch-persischen Kulturgebiet. Bericht über ein Symposion in Reinhausen bei Göttingen in d. Zeit vom 4.–8. Oktober 1971. Göttingen 1975. ISBN 3-525-82374-6
  • Akten des VII. Kongresses für Arabistik und Islamwissenschaft, Göttingen, 15.–22. August 1974. Göttingen 1976. ISBN 3-525-82377-0

Literatur

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, 20. Ausgabe (2005), S. 585–586

Weblinks


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