Aedeagus


Letzte Meldung:   Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren   –  Als der moderne Mensch Afrika verließ, vermischte er sich mit dem Neandertaler und dem Denisova-Menschen. Ein Forschungsteam hat nun DNA-Fragmente untersucht, die diese ausgestorbenen Homininen an moderne Menschen weitergegeben haben, deren Nachfahren heute auf den Inseln Südostasiens und in Papua-Neuguinea leben. Dabei stellten sie fest, dass nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Denisovaner-Linien – die sich schon vor Hundertausenden von Jahren voneinander getrennt hatten – Erbgut an die Vorfahren der Papua weitergegeben haben. Eine der beiden Denisova-Linien unterscheidet sich von der anderen so sehr, dass es sich bei ihr sogar um eine völlig neue Urmenschen-Gruppe handeln könnte.....
Wasserläufer bei der Paarung, Aedeagus deutlich erkennbar
Aedeagus des Käfers Scybalocanthon korasakiae

Der Aedeagus oder Aedoeagus (Plural: Aedeagi, Aedoeagi) ist das spermaübertragende Organ (der Penis) männlicher Insekten. Er fehlt nur selten völlig wie beispielsweise bei den Steinfliegen (Plecoptera) oder Tarsenspinnern (Embioptera). Der Aedeagus ist Teil der männlichen Geschlechtsorgane, der ferner aus paarigen Hoden und herabführenden Gefäßen (Vasa deferentia) besteht. Der daran anschließende Ausspritzungskanal (Ductus ejaculatorius) kann paarig oder unpaarig sein und mündet meist auf dem 9. Abdominalsegment. Zusätzlich sind vielfach noch Anhangdrüsen vorhanden, die Samenflüssigkeit oder gegebenenfalls Samenpakete, sogenannte Spermatophoren, produzieren.

Durch den chitinisierten Teil des Aedeagus wird während der Begattung das Sperma aus den Hoden in die weibliche Spermakammer (Bursa copulatrix) oder eine Samentasche (Receptaculum seminis), die der Aufbewahrung der Spermien dient, übertragen. Das Sperma wird direkt oder in Form von Samenpaketen (Spermatophoren) übertragen.

Das Tegumen ist ein ringförmiges, im männlichen Geschlechtsapparat der Schmetterlinge befindliches, modifiziertes neuntes Tergum. Daran sind die Valven (zu Genitalanhängen umgewandelte Gliedmaßen des neunten Hinterleibssegments), Uncus (Fortsatz des Tegumen) und Gnathos befestigt. Das Gegenstück, das Sternum des neunten Segments, wird als Vinculum bezeichnet. Es ist eine V-förmige, aus Chitin bestehende Spange im männlichen Genitalapparat, deren nach vorn divergierende Arme mit dem Tegumen und den Valven gelenkig verbunden sind. Es sind häufig schalenartige, zur Seite ausklappbare Anhangsgebilde am Tegumen, die dazu dienen, den Hinterleib des Weibchens bei der Begattung von der Seite zu fassen.[1]

Literatur

  • Wilfried Westheide, Reinhard Rieger (Hrsg.): Spezielle Zoologie. Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart u. a. 1996, ISBN 3-437-20515-3, S. 650–651.

Einzelnachweise

  1. Josef J. de Freina, Thomas J. Witt: Die Bombyces und Sphinges der Westpalaearktis. Band 4: Sesioidea. Sesiidae. EFW Edition Forschung & Wissenschaft Verlag GmbH, München 1997, ISBN 3-926285-03-6.