Adolf Wilhelm (Philologe)


Letzte Meldung:   Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren   –  Als der moderne Mensch Afrika verließ, vermischte er sich mit dem Neandertaler und dem Denisova-Menschen. Ein Forschungsteam hat nun DNA-Fragmente untersucht, die diese ausgestorbenen Homininen an moderne Menschen weitergegeben haben, deren Nachfahren heute auf den Inseln Südostasiens und in Papua-Neuguinea leben. Dabei stellten sie fest, dass nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Denisovaner-Linien – die sich schon vor Hundertausenden von Jahren voneinander getrennt hatten – Erbgut an die Vorfahren der Papua weitergegeben haben. Eine der beiden Denisova-Linien unterscheidet sich von der anderen so sehr, dass es sich bei ihr sogar um eine völlig neue Urmenschen-Gruppe handeln könnte.....

Adolf Wilhelm (* 10. September 1864 in Tetschen (Böhmen); † 10. August 1950 in Wien) war ein österreichischer Epigraphiker und klassischer Philologe.

Leben und Werk

Nach dem Studium der Klassischen Philologie an der Universität Wien ging Wilhelm mit einem Reisestipendium nach Griechenland und erforschte 1891 für die Wiener Akademie der Wissenschaften die antiken Denkmäler und Inschriften Kilikiens. Seit 1894 war er Privatdozent an der Universität Wien, 1898 wurde er Sekretär des Österreichischen Archäologischen Instituts in Athen, wo er vor allem epigraphische Forschungen durchführte. Ab 1905 war Wilhelm Professor für griechische Altertumskunde und Epigraphik an der Universität Wien und wurde 1933 emeritiert. 1931 wurde Wilhelm zum korrespondierenden Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt.

Wilhelm veröffentlichte zahlreiche Untersuchungen zu griechischen Inschriften insbesondere Athens und galt als der bedeutendste Epigraphiker seiner Zeit.

Literatur

  • Fritz Fellner, Doris A. Corradini (Hrsg.): Österreichische Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon. Böhlau, Wien u. a. 2006, ISBN 3-205-77476-0, S. 454 (Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs. Bd. 99).
  • Friedrich Freiherr Hiller von Gaertringen: Adolf Wilhelm zum goldenen Doktorjubiläum. In: Forschungen und Fortschritte 12 (1936), S. 363–364.
  • Josef Keil: Adolf Wilhelm (Nachruf). In: Österreichische Akademie der Wissenschaften: Almanach für das Jahr 1951. 101 (1951), S. 307–327.
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Adolf Wilhelm: 1864–1950. Zum Gedenken an die 100. Wiederkehr seines Geburtstages am 10. September 1964. Graz, Wien, Köln 1964.
  • Klaus Wundsam: Adolf Wilhelms wissenschaftlicher Nachlass im Archiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In: Anzeiger Wien 116 (1979) S. 175–199.
  • Αττικαί επιγραφαί. Πρακτικά συμποσίου εις μνήμην Adolf Wilhelm, 1864–1950. Athen 2004. Darin:
    • S. 1–6: Veronika Mitsopoulos-Leon: Adolf Wilhelm und das Österreichische Archäologische Institut.
    • S. 7–18: Christian Habicht: Adolf Wilhelm und die attischen Inschriften.
    • S. 19–32: Peter Herrmann: Adolf Wilhelm und die kleinasiatische Epigraphik.
    • S. 33–45: Georg Rehrenböck: Das Projekt des Nachdruckes der "Kleinen Schriften" Adolf Wilhelms bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
    • S. 54–74: Klaus Hallof: Adolf Wilhelm und die Preussische Akademie der Wissenschaften zu Berlin.

Weblinks