Adolf Neubauer


Letzte Meldung:   Papua haben mehrere Denisovaner-Vorfahren   –  Als der moderne Mensch Afrika verließ, vermischte er sich mit dem Neandertaler und dem Denisova-Menschen. Ein Forschungsteam hat nun DNA-Fragmente untersucht, die diese ausgestorbenen Homininen an moderne Menschen weitergegeben haben, deren Nachfahren heute auf den Inseln Südostasiens und in Papua-Neuguinea leben. Dabei stellten sie fest, dass nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Denisovaner-Linien – die sich schon vor Hundertausenden von Jahren voneinander getrennt hatten – Erbgut an die Vorfahren der Papua weitergegeben haben. Eine der beiden Denisova-Linien unterscheidet sich von der anderen so sehr, dass es sich bei ihr sogar um eine völlig neue Urmenschen-Gruppe handeln könnte.....
Adolf Neubauer

Adolf Neubauer (* 7. März 1832 in Kotešová; † 6. April 1907 in London) war ein ungarischer Hebraist. Er war Bibliothekar und Lektor in Oxford, verfasste u. a. Mediaeval Jewish Chronicles, Edition; Catalogue of the Hebr. Mss. in the Bodleian Library.

Leben

Adolf Neubauer wurde 1832 im slowakischen Kotešová als Sohn eines Kaufmanns geboren. Um 1850 war er als Lehrer an einer jüdischen Schule in seinem Geburtsort tätig. Dann wurde er ein Schüler des jüdischen Gelehrten Salomo Juda Rapoport in Prag. Ab 1853 studierte er Orientalische Sprachen an der Universität München.

1857 zog Neubauer nach Paris, wo er, abgesehen von gelegentlichen Reisen und einem Aufenthalt in Jerusalem, die folgenden elf Jahre verbrachte. In Paris lernte er die Orientalisten Ernest Renan, Salomon Munk und Joseph Derenbourg kennen, veröffentlichte Texte verschiedener karaitischer Autoren und führte seine kritischen Studien über das alte Palästina fort. 1863 wurde ihm für seine Publikation La géographie du Talmud der Preis der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres verliehen.

1868 begann Neubauer mit der Katalogisierung aller hebräischen Handschriften der Bodleian Library. Sein erster Band umfasste 2602 Handschriften, erweitert um einen Atlas mit Faksimile-Tafeln. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur hebräischen Paläografie. 1873 wurde er Subpräfekt der Bodleian Library. Er erkannte schnell den Wert der Handschriften aus der Geniza von Kairo und übernahm einen Teil davon in den Bestand der Bibliothek.

Ab 1884 hielt Neubauer Vorlesungen an der Universität Oxford.

Um 1900 ging Neubauer in den Ruhestand, da er zunehmend erblindete. Er zog nach Wien, kehrte aber 1906 nach England zurück, wo er bald darauf verstarb.

Literatur

  • Nikolaus Vielmetti: Neubauer, Adolf. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 7. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1978, ISBN 3-7001-0187-2, S. 78 f. (Direktlinks auf S. 78, S. 79).