Technik ist ein wichtiges Merkmal des Menschseins; ihre Entstehung und Evolution nachzuzeichnen, stellt einen entscheidenden Teil der Paläoanthropologie dar. Bei weniger als 20 Tierarten hat man in freier Wildbahn beobachtet, dass sie Werkzeuge benutzen, und unter den Primaten tun nur Menschen und Schimpansen dies regelmäßig. Zur Auswahl und Bearbeitung der Rohstoffe für die Steinwerkzeuge bedienten die Frühmenschen sich hochentwickelter Wahrnehmungsmechanismen. Im weiteren Sinne entwickelte sich die Steintechnologie von recht rudimentären Anfängen zu raffinierteren Typen, die immer kompliziertere Herstellungsverfahren erforderten.
Die frühesten Hominiden und die Australopithecinen, konnte man höchstens mit Grabstöcken, aber nie mit Herstellung und Verwendung von Steinwerkzeugen in Verbindung bringen. So zeigen manche in Swartkrans ausgegrabenen Knochen aus Antilopenhörnern seltsame Streifen, die in der Nähe der abgerundeten Spitze senkrecht und waagerecht verlaufen. Sie könnten entstanden sein, weil ein Hominide mit dem Horn Knollen und Wurzeln aus dem steinigen Boden unter dem Geröll in der Nähe der Höhle ausgrub -in ihrer großen Mehrzahl gehören die Fossilien von Swartkrans zu Australopithecus robustus.
Steinwerkzeuge dagegen scheinen eine Neuerung und Anpassung gewesen sein, die unserer eigenen Gattung Homo vorbehalten war. Die Frühmenschen benutzten Steinwerkzeuge als Erweiterung ihrer eigenen Körperteile und bearbeiteten oder veränderten damit andere Gegenstände oder Elemente ihrer Umwelt. Dies wurde zu einem wichtigen Teil unserer ökologischen Anpassung, und das ging so weit, dass die Evolution der Steinzeittechnologie offenbar parallel zur Vergrößerung des Gehirns und zur Entwicklung des Sozialverhaltens von Homo ablief.
Die Zusammenfassung auf den weiterführenden Seiten (Navigation links) nennt die charakteristischen Merkmale der vier Hauptgruppen steinzeitlicher Technik, die Typen ihrer Artefakte und die Herstellungsmethoden für Stein- und Knochenwerkzeuge.
Artikel: Hans-Peter Willig