Die DVD zur Webseite „Die Evolution des Menschen”

Gigantopithecus - Evolution der Primaten

Zähne des Gigantopithecus Spezies: Gigantopithecus
lebte vor: ca.1,5 Millionen bis 400.000 Jahren
Lebensraum: Asien
Entdecker: Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald

Eng verwandt mit dem Orang Utan ist der größte jemals lebende Menschenaffe, der Gigantopithecus. Er lebte vor ca. 1,5 Millionen Jahren bis vor 400.000 Jahren in der Gegend des heutigen China, Vietnam und Indien. Er ernährte sich als bodenlebender Primat von Pflanzen, wahrscheinlich sogar von Bambus als Konkurrenz zum großen Pandabären. Man unterscheidet die beiden Arten Gigantopithecus blacki aus Südchina und Gigantopithecus bilaspurensis aus Nordindien. Die erstere Art ist die bekanntere.

Fossile Funde wurden oft in der Nähe von denen des Frühmenschen Homo erectus gemacht. Es wird deshalb auch diskutiert, ob dieser Frühmensch den Gigantopithecus eventuell durch Jagd oder Nahrungskonkurrenz ausgerottet hat.

Gigantopithecus
Gigantopithecus, der gigantische Affe, war der größte jemals lebende Primat.
Gigantopithecus
Der deutsche Forscher G.H.R. von Koenigswald (rechts, neben Franz Weidenreich) entdeckte 1935 die ersten Zähne bei einem Händler in einer Schale voller "Drachenzähne". Rechts unten: Der Chinesische Forscher Pei Wenzhong im Jahre 1979
Schrenk mit Molar Gigantopithecus
Ein Molar eines Gigantopithecus
(im Hintergrund der Urmenschenforscher Friedemann Schrenk)

1935 entdeckte der deutsche Paläoanthropologe Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald (1902 - 1982), der für den Niederländischen Geologischen Dienst auf Java nach Urmenschen-Überbleibseln suchte, bei einem chinesichen Händler seltsame »Drachenzähne«, die eigentlich für medizinische Zwecke zermahlen werden sollten.

Sie hatten Ähnlichkeit mit menschlichen Zähnen, waren jedoch doppelt so groß. Koenigswald schloß daraus, dass sie einst den Kiefer eines riesenhaften menschenaffenähnlichen Wesens geziert haben müssen. Weitere 1000 Zähne konnten vor dem Zermahlen gerettet werden, und nach langer Suche fand der chinesische Forscher Dr. Pei Wenzhong 1956 schließlich in einer südchinesischen Kalksteinhöhle sogar einen guterhaltenen Kiefer des Gigantopithecus.

Wie alles Große aus der Urzeit beflügelte auch der chinesische Riesenaffe die Phantasie: Drei Meter groß und eine halbe Tonne schwer soll er gewesen sein, ein menschenähnliches Monster mit riesigen Eckzähnen, das seine Beute in blutgetränkte Höhlen schleppte und dort gierig auffraß.

Die Wahrheit, aus vielen chinesischen und indischen Zähnen und drei Unterkiefern zsammengepuzzelt, ist freilich weniger aufregend. Man schätzt, dass er eine Größe von 2 m erreichte und zwischen 190 und 230 kg wog. Er lebte, wie seine abgewetzten Zähne zeigen, von Samenkörnern, Bambus und Nüssen, die er in der Savanne sammelte.

Manche sog. Kryptozoologen sind der Meinung, dass der Gigantopithecus keineswegs ausgestorben ist, sondern rätselhafte Gestalten wie der Yeti im Himalaya und der Bigfoot (Sasquash) in Nordamerika Nachfahren des fossilen Riesenaffen darstellen.

Artikel: Hans-Peter Willig

© Hans-Peter Willig, München User online 8   gestern 339   heute 134 Glossar LinklisteSitemapMail