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Spezies: | Eosimias sinensis |
| lebte vor: | ca.27 - 17 Millionen Jahren | |
| Lebensraum: | China, Asien | |
| Entdecker: | Chris Beard et al. |
Eosimias nennt man eine ausgestorbene Gattung der Altweltaffen, deren Überreste 1994 in China ausgegraben wurden. Die Funde gehören zu den ältesten bekannten Mitgliedern der Unterordung Catarrhini (= alle Altweltaffen einschließlich des Menschen). Sie lebten vor ungefähr 45-42 Millionen Jahren während des Eozäns.
Bis heute sind nur wenige Exemplare entdeckt worden, doch trotz spärlicher Funde nehmen die Forscher an, dass Eosimias etwa wie heutige südamerikanische Marmosetten ausgesehen haben könnten. Auch andere frühe Catarrhini kamen in den chinesischen Ablagerungen ans Licht. Ein Exemplar war nicht grösser als der Daumen eines Menschen und ist somit einer der kleinsten Primaten die man bis heute kennt. Ungefähr 16 Arten von frühen Catarrhini sollen über das eozäne China verbreitet gewesen sein, was möglicherweise zu einem heftigen Konkurrenzkampf unter den Arten führte. Die Funde aus China könnten die Theorie vom afrikanischen Ursprung der Catarhini ins Wanken bringen. Möglicherweise entstand diese Unterordung der Primaten ursprünglich in Asien, wobei einige Populationen nach Afrika gelangt sein könnten, und dort dann die Altweltaffen sowie die großen Menschenaffen hervorbrachten.
Chris Beard, ein Mitglied des Teams, welches das Fossil Eosimias sinensis entdeckte und es 1994 wissenschaftlich beschrieb, stellt Eosimias nicht in die Gattung Catarhini, sondern in eine andere, ebenfalls ausgestorbene Gruppe der Anthropoidea.[1]
Eosimias sinensis wurde erstmals in uralten Schichten eines Berges nahe der Stadt Liyang, Provinz Jiangsu, China entdeckt. Wissenschaftler sind der Ansicht, dass E. sinensis vor 45 Million Jahren in der Epoche des Eozän lebte. E. sinensis war sehr klein, etwa wie das in den menschlichen Handteller passende südamerikaneische Zwergseidenäffchen (Cebuella pygmaea), der kleinste heute lebende Affe aus der Unterordung der Feuchtnasenaffen (Strepsirrhini). Die Zähne von E. sinensis gelten als ursprünglicher als die der frühen höheren Primaten, die man aus Afrika kennt. Wegen der sehr ursprünglichen Anatomie von E. sinensis, sehen einige Paläontologen den Beweis darin, dass die höheren Primaten ihren Ursprung nicht in Afrika, sondern in Asien haben.
Artikel: Hans-Peter Willig
Quellen:
Beard, K.C., Tong, Y., Dawson, M.R., Wang, J., and Huang, X. (1996). "Earliest complete dentition of an anthropoid primate from the late middle Eocene of Shanxi province, China". Science 272: 82–85.
[1] Beard, Chris. (2004). The Hunt for the Dawn Monkey. University of California Press, Berkeley.