Letzte Meldung:   Spiel mit dem Feuer – wie Eiszeitjäger das Landschaftsbild Europas prägten   Bereits vor 20.000 Jahren haben Jäger und Sammler möglicherweise gezielt Feuer eingesetzt und damit zur Entstehung des lichten Charakters der eiszeitlichen europäischen Landschaft beigetragen. Das legt eine kürzlich im Fachjournal "PLOS ONE" veröffentlichte Studie nahe, zu deren Autoren auch eine Senckenberg-Wissenschaftlerin gehört. Es wäre einer der frühesten Hinweise auf einen großflächigen Eingriff des Menschen in die natürliche Vegetation seiner Umgebung. Der Befund erklärt, warum Analysen von Sedimenten belegen, dass in der Eiszeit in Europa eine offene Steppenlandschaft vorherrschte, während Veg....

Homo georgicus (Homo erectus, ergaster) - D2282

FUND FUNDORT ALTER ENTDECKER DATUM
Cranium Dmanisi, Georgien 1,8 Millionen Jahre Antje Justus 1991
VERÖFFENTLICHUNG
Gabunia L., Vekua A., Swisher C.C., III, Ferring R., Justus A., Nioradze M. et al. 2000. Earliest Pleistocene hominid cranial remains from Dmanisi, Republic of Georgia: taxonomy, geological setting, and age. Science, 288:1019-25. DOI: 10.1126/science.288.5468.1019
 
D2282 aus Dmanisi
Der Fund aus Dmanisi, Georgien, mit der Nummer D2282

Jahrzehntelang galten fossile Reste und Werkzeuge aus Ubeidija im Jordantal als die ältesten Zeugnisse vom Auszug des Frühmenschen aus Afrika. Demnach wäre der Mensch vor rund 1,3 bis 1,4 Millionen Jahren in Richtung Europa und Asien aufgebrochen.

1991 entdeckten dann aber Dr. Antje Justus und Prof. Gerhard Bosinski vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz (RGZM) bei Ausgrabungen in Dmanisi, einer mittelalterlichen Ruinenstadt in der Kaukasus-Republik Georgien, den gut erhaltenen Unterkiefer eines Homo ergaster. Für eine Gesteinsschicht aus Basaltlava, die unmittelbar unter den Fossilien lag, ermittelten Vulkanologen der Universität Kiel ein Alter von 1,85 Millionen Jahren. Das war eine Sensation: Der Urmensch war offensichtlich bereits vor fast 1,8 Millionen Jahren nach Eurasien ausgewandert - weit früher als es die Fachleute bis dahin vermutet hatten.

Doch das Alter blieb umstritten und dies ließ den RGZM-Forschern keine Ruhe. Sie initiierten gemeinsam mit Forschern der Georgischen Akademie der Wissenschaften weitere Grabungen in Dmanisi, rund 85 Kilometer südwestlich von Tiflis gelegen.

Dabei fanden Dr. Antje Justus und Dr. Olaf Jöris zwei fast vollständig erhaltene menschliche Schädel, deren Alter sie auf knapp 1,8 Millionen Jahre schätzen. Denn die homininen Reste steckten wiederum in Gesteinsschichten direkt oberhalb der mittels Isotopen-Methode datierten Basaltlava. Größe und Wölbung, sowie die Überaugenwülste weisen die Schädel eindeutig als die Reste von Homo-ergaster-Menschen aus.

Auf ein Alter von 1,8 und 1,6 Millionen Jahren kamen 1994 auch Dr. Carl Swisher und Dr. Garniss Curtis als sie das vulkanische Gestein zweier Homo erectus-Fundstellen untersuchten. Damit steht nun fest: Der Homo erectus machte sich bald, nachdem er vor rund zwei Millionen Jahre in Afrika die Bühne der Welt betreten hatte, nach Europa und Asien auf. Er war der erste Mensch, der Faustkeile herstellte und mit Feuer umgehen konnte.

Im Jahr 2002 wurden weitere spektakuläre Funde aus Dmanisi gemeldet.