Donggutuo, China

Fundort: Donggutuo, Nihewan Becken, China
Spezies:Homo
Geschätztes Alter:1.161.500 Jahre, Datierung basierend auf Paläomagnetismus

Donggutuo (东谷坨遗址) ist eine Fundstelle in der chinesischen Provinz Hebei, dessen Name auf das gleichnamige Dorf im Kreis Yangyuan 阳原县 zurückgeht.

Donggutuo liegt am nordöstlichen Rand des Nihewan-Beckens, dessen Fundstellen aus dem Paläolithikum seit 2001 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China stehen. Nach Donggutuo ist die Donggutuo-Kultur (Dōnggǔtuó wénhuà 东谷坨文化) benannt.

Der Fundort Donggutuo besteht aus Fluss- und Seeablagerungen und befindet sich in der Übergangszone zwischen der nordchinesischen Tiefebene und dem Plateau der Inneren Mongolei. Die Fundstelle wurde im Jahr 1981 entdeckt und von chinesischen und amerikanischen Forschergruppen auf ein Alter von etwa 1 Million Jahre datiert (Li et al 1982;. Schick 1991). Die jüngste Datierung des etwa zeitgleichen Fundortes Xiaochangliang auf 1,36 Millionen Jahre scheint die Gültigkeit der Altersbestimmung von Donggutuo zu bestätigen. Diese beiden Fundorte, Xiaochangliang und Donggutuo, sind ein Beweis für das Vorhandensein von frühen Menschen auf einer Breite von 40° Nord in Nordostasien.

Die Steinartefakte aus Donggutuo zeichnen sich durch ihre geringe Größe aus und wurden hauptsächlich aus unterschiedlichen Qualitäten von Hornstein, kieseligen Kalkstein, Quarz, Quarzit, Chalcedon und Lava hergestellt. Zahlenmäßig dominieren Abschläge die Sammlung, obwohl Werkzeuge und Kerne ebenfalls häufig sind. Die Werkzeuge wurden meistens aus den Abschlägen hergestellt und umfassen Schaber, Gezähnte Abschlagplättchen (denticulates), Spitzen, Bohrer und Stichel.

Unter den gefundenen Steinkernen ist die neu definierte Kategorie "Donggutuo Kern" (Hou 2003) besonders bemerkenswert. Aus diesen speziellen Kernen wurden offensichtlich bevorzugt kleine, längliche Abschläge produziert. Da hierfür eine andere Technik angewandt wurde, als für die Produktion von normalen Abschlagwerkzeugen, ist die Donggutuo Sammlung einzigartig. Die Methode der Auswahl und Gestaltung verleiht dem "Donggutuo Kern" eine eigene Form. Hou (2003) legt nahe, dass das Prinzip der "Donggutuo Kerne" große Ähnlichkeit mit den mikrolithischen keilförmigen Kernen der jüngeren Altsteinzeit in Nordchina hat.