Letzte Meldung:   Spiel mit dem Feuer – wie Eiszeitjäger das Landschaftsbild Europas prägten   Bereits vor 20.000 Jahren haben Jäger und Sammler möglicherweise gezielt Feuer eingesetzt und damit zur Entstehung des lichten Charakters der eiszeitlichen europäischen Landschaft beigetragen. Das legt eine kürzlich im Fachjournal "PLOS ONE" veröffentlichte Studie nahe, zu deren Autoren auch eine Senckenberg-Wissenschaftlerin gehört. Es wäre einer der frühesten Hinweise auf einen großflächigen Eingriff des Menschen in die natürliche Vegetation seiner Umgebung. Der Befund erklärt, warum Analysen von Sedimenten belegen, dass in der Eiszeit in Europa eine offene Steppenlandschaft vorherrschte, während Veg....
HPW
 

Australopithecus bahrelghazali - Unterkiefer KT 12/H1

FUND FUNDORT ALTER ENTDECKER DATUM
Mandibula Bahr el-Ghasal bei Koro-Toro, Tschad 3.2 - 3.5 Millionen Jahre Michel Brunet 1995
VERÖFFENTLICHUNG
Brunet M.,F. Guy., D. Pilbeam, H. Taisso et al. 2002. A new hominid from the Upper Miocene of Chad, Central Africa. Nature 418, 145-151. DOI: 10.1038/nature00879
 

Bis 1995 war es eine feste Lehrmeinung, dass Australopithecinen nur im Nordosten, Osten und Süden Afrikas lebten. Die von Yves Coppens propagierte East Side Story nimmt auf den Einfluss der Entstehung des afrikanischen Rifts auf das Klima und die Vegetation und somit auf den Lebensraum der Homininen Bezug. Daher verursachte der Fund eines Australopithecinen -Fragments durch ein französisches Team unter Leitung von Michel Brunet 1995 im Tschad, ca. 2.500 km westlich des afrikanischen Rift Valley, einen wissenschaftlichen Schock. Die Funde wurden 1996 von Brunet und Kollegen als neue Art Australopithecus bahrelghazali (arabisch für Gazellenfluß) von Australopithecus afarensis und Australopithecus anamensis, den beiden anderen frühen Australopithecinen, abgetrennt.

War schon mit der älteren Art Australopithecus anamensis das Bild komplizierter geworden, verwirrt nun dieser Fund den Stammbaum. Der Verbreitungsgrad von Australopithecus dürfte also im nordöstlichen Afrika beträchtlich gewesen sein. Die Spärlichkeit der Funde geht vor allem darauf zurück, dass Gebiete mit hohem Fossilisationspotenzial in diesem Bereich sehr selten sind.

Die Untersuchungen der französischen Paläoanthropologen zeigen, dass sich diese Homininengruppe sowohl von den beiden genannten als auch von Ardipithecus ramidus anatomisch unterscheidet: Zum Beispiel war die Gesichtspartie steiler gestellt (orthognath) als bei den langschnäuzig (prognath) wirkenden Verwandten.