Forscherpersönlichkeiten - Ralf W. Schmitz


Ralf Schmitz ist Archäologe und Urgeschichtler mit Leib und Seele. Er hat an der Universität Köln studiert und 1995 ebendort promoviert. Im Rahmen seiner Dissertation hat Schmitz ein Projekt zur Neuuntersuchung des Neandertalers von 1856 ins Leben gerufen, das inzwischen beachtliche Erfolge gezeitigt hat und weltweit Aufmerksamkeit findet. Seit Mitte der achtziger Jahre waren Schmitz und sein Kollege Jürgen Thissen an zahlreichen Grabungen im Rheinland beteiligt, ehe sie 1997 im Auftrag des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege am Ufer der Düssel Sondagen mit dem Ziel durchführten, die Originalfundstätte des Neandertalers zu re-lokalisieren.

Seit seiner Entdeckung im Jahre 1856 ist der Neandertaler von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Wer waren diese Wesen, wie lebten sie, in welcher Beziehung stehen sie zum modernen Menschen?

Ralf Schmitz und Jürgen Thissen schildern in nebenstehender Literaturempfehlung die Entdeckung, Bergung und erste Untersuchung des ursprünglichen Fossilienfundes im Tal der Düssel, die nachfolgende "Karriere" des Neandertalers in der wissenschaftlichen Debatte um den Ursprung des Menschen und das heutige Bild der Stellung dieser Art in der Humanevolution.

Die aufsehenerregende Wiederentdeckung der lange verschollenen Fundstätte und die Bergung weiterer Knochenfragmente des Ur-Neandertalers sowie eines weiteren Individuums (wie auch von Steinwerkzeugen) am gleichen Ort bilden vorläufig die Krönung in der Laufbahn von Ralf Schmitz.

Im November 1995 wurde Schmitz der Doktorgrad durch die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln verliehen. Thema der Dissertation: Das Alt- und Mittelpaläolithikum des Neandertals und benachbarter Gebiete. Betreuer: Prof. W. Taute.

Juli 1997: Veröffentlichung der ersten Gen-Sequenz eines Neandertalers im Rahmen des Forschungsprojektes „Neubearbeitung des namensgebenden Neandertalerfundes von 1856“.

September bis Oktober 1997: Wiederentdeckung der verschollenen Fundstelle des namensgebenden Neandertalers von 1856 im Neandertal mit anschließender Forschungsgrabung des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege in den 1856 aus den Höhlen geräumten Sedimenten und Begründung des Forschungsprojektes „Neandertal“ (mit J. Thissen). Dabei Entdeckung von anpassenden Skelettteilen des Typusexemplars und Auffindung eines zweiten, zuvor unbekannten Neandertalers sowie erstmals auch kulturellen Hinterlassenschaften (Mittelpaläolithikum bis 19. Jahrhundert) aus den ehemaligen Höhlen.