Letzte Meldung:   Spiel mit dem Feuer – wie Eiszeitjäger das Landschaftsbild Europas prägten   Bereits vor 20.000 Jahren haben Jäger und Sammler möglicherweise gezielt Feuer eingesetzt und damit zur Entstehung des lichten Charakters der eiszeitlichen europäischen Landschaft beigetragen. Das legt eine kürzlich im Fachjournal "PLOS ONE" veröffentlichte Studie nahe, zu deren Autoren auch eine Senckenberg-Wissenschaftlerin gehört. Es wäre einer der frühesten Hinweise auf einen großflächigen Eingriff des Menschen in die natürliche Vegetation seiner Umgebung. Der Befund erklärt, warum Analysen von Sedimenten belegen, dass in der Eiszeit in Europa eine offene Steppenlandschaft vorherrschte, während Veg....

Forscherpersönlichkeiten - Meave Leakey

Der gegenwärtige Kopf der Leakey-Fossiljäger-Dynastie, Meave Leakey beeindruckte die Welt mit ihrer 1999 gemachten Entdeckung eines 3.5 Millionen Jahre alten Schädels und teilweise erhaltener Kieferbruchstücke, von der man glaubt, dass sie zu einem neuen Zweig früher Homininen gehört. Dr. Leakey nannte die neue Gattung Kenyanthropus platyops (flachgesichtiger Mensch aus Kenia). Diese bemerkenswerte Entdeckung, in dem Fachjournal »Nature« bekanntgegeben, hat tiefgreifende Folgen für das Verständnis des Ursprungs der Menschheit. In ihrer Schlagzeile vom 22. März 2001 schrieb die New York Times, die Entdeckung »drohe« die herrschende Ansicht umzustürzen, dass sich nur ein einzelner, absteigender Ast durch die Frühstadien des menschlichen Stammbaums ausbreite.

Meave Epps wurde 1942 in London geboren, und besuchte konventionelle Schulen sowie Internate. Später studierte sie an einer technischen Fachhochschule sowie an einer Universität, dort entwickelte sie ihre bleibende Liebe für die Wissenschaft. Sie erhielt ihr B. Sc. (Bachelor of Science) in Zoologie und Meereszoologie und den Doktorgrad in Zoologie von der Universität von Nord-Wales.

1965, noch während ihres Studiums, trat Meave Leakey eine Anstellung an einer kleinen Zweigstelle des Tigoni-Primaten-Forschungszentrums außerhalb Nairobis an, das sich unter der Schirmherrschaft von Louis Leakey befand. 1968 beendete Meave Leakey ihr Studium und ein Jahr später wurde sie von Richard Leakey eingeladen sich seiner Forschungsexpedition anzuschließen, um einen neu entdeckten paläontologischen Ausgrabungsort bei Koobi Fora, am östlichen Ufer des Lake Turkana in Kenia, näher zu untersuchen. Dies war der Anfang ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem sehr erfolgreichen »Turkana Basin Research Project«.

1970 heirateten Meave Epps und Richard Leakey. Sie haben zwei Kinder: Louise, geboren 1972 (mittlerweile ebenfalls eine erfolgreiche Forscherin), und Samira, geboren 1974. Neben ihrer Ausgrabungsarbeit am Lake Turkana hat sich Meave Leakeys Forschung auch auf die Evolution ausgestorbener ostafrikanischer Säugetierarten konzentriert.

1989 wurde Meave Leakey zur Organisatorin paläontologischer Feldforschung der National Museums of Kenia im Turkana-Becken befördert. Seit dieser Ernennung hat sich ihre Feldforschung in Turkana auf die Entdeckung sehr früher menschlichen Ahnen an zwischen 8 und 4 Millionen Jahre alten Fundorten konzentriert. 1994 wurden Überreste einiger der frühesten bekannten Homininen bei Kanapoi (südwestlich des Lake Turkana gelegen), entdeckt. Diese Funde stellen nicht nur eine neue Art- Australopithecus anamensis - dar (ein wahrscheinlicher Ahn von Australopithecus afarensis, der erste erkannte, frühe Hominide), auch die Datierung des Fundes auf ein Alter von ca. vier Millionen Jahre hat dazu geführt, den bis dato allgemein anerkannten Stammbaum der Homininen-Evolution zu überprüfen.

Meave Leakey arbeitet seit 1969 an den National Museums of Kenia. 1982 wurde sie Leiterin der Abteilung Paläontologie, und hatte diese Position bis 2001 inne. Meave Leakey hat mehr als fünfzig wissenschaftliche Artikel und Bücher geschrieben und trägt nach wie vor bedeutend zum Studium des menschlichen Ursprungs bei. Meave Leakey arbeitet gegenwärtig mit ihrer Tochter Louise Leakey als Co-Leiterin der Ausgrabungen zusammen, einschließlich der Ausgrabungsstätte, die zur Entdeckung von Kenyanthropus platyops führte.