Die DVD zur Webseite „Die Evolution des Menschen”

Erdgeschichte - Tertiär
65 - 1.6 Millionen Jahre - Beginn der Erdneuzeit, Säugetiere dominant

Tertiär - Hominiden
Im späten Tertiär tauchen die ersten Australopithecinen in Süd- und Ostafrika auf

Im Alt-Tertiär trennt die TETHYS noch Afrika, Arabien und Vorderindien vom eurasiatischen Kontinent. Zwischen Europa und Nordamerika besteht eine Landbrücke, die einen Austausch der Säugetierfaunen ermöglicht. Im Jung-Tertiär wird die TETHYS durch die Hebung der großen Faltengebirge (Alpen, Himalaja) weitgehend eingeengt und Indien durch die himalajische Gebirgsbildung an Asien geschweißt. Nord- und Südamerika erhalten eine Landverbindung im Panama-Gebiet. Die Polgebiete und Kontinente nähern sich ihren heutigen Positionen und erhalten allmählich ihre jetzige Gestalt an. Ende des Alt-Tertiärs beginnt ein deutlicher Temperaturrückgang, der sich durch das Jung-Tertiär fortsetzt.

Nach dem Rückzug des Kreide-Meeres werden im Tertiär die Schelfgebiete und festländischen Becken allmählich wieder überflutet. Diese sind durch einen mehrfachen Wechsel von Meerwasser-, Brackwasser- und Süßwasser-Sedimenten gekennzeichnet. Kurzzeitig verbindet eine Meeresstraße durch den Rheingraben und die Hessische Senke das Mittelmeergebiet mit der Nordsee. In den Vorsenken der Mittelgebirge entstehen aus ausgedehnten Wäldern in subtropischem und tropischem Klima große Braunkohle-Lagerstätten. Im Jung-Tertiär werden die Alpen zum Hochgebirge. Dadurch wird ein vom Alpenvorland bis nach Asien reichendes Meeresbecken, die PARATETHYS, von der TETHYS abgeschnürt. Die PARATETHYS löst sich schließlich in große Brack- und Süßwasserseen auf. Einhergehend mit der Gebirgsbildung kommt es vielerorts zu intensivem Vulkanismus (Vogelsberg). Gegen Ende des Tertiärs zieht sich das Meer aus Norddeutschland zurück. Auch das Alpenvorland (Molassebecken) wird Festland.

Das weltberühmte Urpferdchen aus der Grube Messel
Das weltberühmte Urpferdchen (Propalaeotherium) aus der Grube Messel lebte im Alttertiär (Eozän) vor rund 47 Millionen Jahren

Nach dem Aussterben der Dinosaurier entfalten sich auf dem Land die Säugetiere zu größter Blüte. Allmählich modernisiert sich die Pflanzenwelt aufgrund der niedriger werdenden Temperaturen. Es entstehen durch Austrocknung Savannen und Steppen, in denen sich eine vielfältige Säugetierfauna entwickeln und ausbreiten kann. Gräser und Asterngewächse werden mit Beginn des Jung-Tertiärs sehr wichtig. Im Meer kommen nach dem Verschwinden der Ammoniten nun bestimmte Muscheln und Schnecken, aber auch die kurzschwänzigen Krebse zu großer Entfaltung. Kennzeichnend für das Alt-Tertiär sind Großforaminiferen (Nummuliten). Unter den Fischen entwickeln die Haie und modernen Knochenfische eine große Artenvielfalt. Auch Meeressäuger (Wale, Seekühe) gehören zum Faunenbild.

Berühmte Fundstätten:
Messel, Geiseltal, Pariser Becken, Greenriver Becken in Wyoming, White River in South Dakota.

Weltkarte aus Bildkomposition oben: Scotese, C.R., 2002, http://www.scotese.com, (PALEOMAP website).

© Hans-Peter Willig, München User online 10   gestern 339   heute 132 Glossar LinklisteSitemapMail