Letzte Meldung:   Spiel mit dem Feuer – wie Eiszeitjäger das Landschaftsbild Europas prägten   Bereits vor 20.000 Jahren haben Jäger und Sammler möglicherweise gezielt Feuer eingesetzt und damit zur Entstehung des lichten Charakters der eiszeitlichen europäischen Landschaft beigetragen. Das legt eine kürzlich im Fachjournal "PLOS ONE" veröffentlichte Studie nahe, zu deren Autoren auch eine Senckenberg-Wissenschaftlerin gehört. Es wäre einer der frühesten Hinweise auf einen großflächigen Eingriff des Menschen in die natürliche Vegetation seiner Umgebung. Der Befund erklärt, warum Analysen von Sedimenten belegen, dass in der Eiszeit in Europa eine offene Steppenlandschaft vorherrschte, während Veg....

Erdgeschichte - Karbon

Kohlewald im Karbon
Typischer Kohlewald im Karbon

Das Karbon wird unterteilt in das Unterkarbon oder Dinantium (vor 333 bis 355 Millionen Jahren) und das Oberkarbon oder Silesium (vor 290 bis 333 Millionen Jahren). Die englische Bezeichnung carboniferous period (von lateinisch carbo: Kohle; ferre: tragen) wurde 1822 für die Kohle führenden Schichten in England und Wales eingeführt. Zur Zeit des Karbons entfalten sich die Amphibien und es entstehen die Reptilien. Der Luftraum wird von Insekten erobert und erstmals gibt es eine großflächige Besiedelung des Festlandes durch Kohle-Wälder unter tropisch feuchtem Klima. Im Karbon werden die großen Kohlelagerstätten gebildet.

Gondwana nähert sich weiter Euramerika und beide kollidieren im späten Karbon auf breiter Front. Dabei werden in Mitteleuropa und Nordamerika riesige Gebirge aufgefaltet. Starke Klimakontraste gegen Ende des Karbons führen zur Vergletscherung großer Teile von Afrika, Indien, Australien und der Antarktis, während Mitteleuropa im Tropengürtel liegt.

Im Unter-Karbon läßt sich in Mitteleuropa ein zweigeteilter etwa westöstlich verlaufender Ablagerungsraum unterscheiden mit der dem Land näher gelegenen Kohlenkalk-Fazies des Flachwassers im Nordwesten und der landferneren schiefrig-sandigen Kulm-Fazies des offenen Meeres im Südosten. In mehreren Phasen wird im Verlauf des Karbons durch die Nord-Drift von Gondwana ein bis zu 500 km breites Gebirge aufgefaltet, das durch ganz West- und Mitteleuropa, von Spanien bis Polen verläuft. An seinem nördlichen Ufersaum und in festländischen Becken wachsen im Ober-Karbon in tropischen Sümpfen riesige Wälder, aus denen später mächtige Kohleflöze entstehen.

Wichtige Entwicklungfortschritte machen die Fische, die Vierfüßer und die Pflanzen: Die altertümlichen gepanzerten Fische werden von den Knorpel- und Knochenfischen abgelöst, aus den Amphibien entstehen die Reptilien. Nachdem im jüngsten Devon üppige Wälder schon weit verbreitet und die ersten Samenpflanzen entstanden waren, kommen nun Samenpflanzen und Sporenpflanzen nebeneinander vor. Das Festland wird großräumig von einer Pflanzendecke bekleidet. Dadurch wird es auch den Tieren, deren Nahrungsgrundlage die Pflanzen bilden, möglich, das Festland zu besiedeln. Auffällige Faunenelemente sind die bis zwei Meter langen Tausendfüßer und erste flugfähige Insekten mit bis zu 70 cm Flügelspannweite. Beide Gruppen gehören, neben den Spinnentieren, zu den besonderen Seltenheiten unter den karbonischen Fossilien.

Berühmte Fundstätten:
Ruhrgebiet, Saarland, Belgien, Donez-Becken, Appalachen.

Literatur