Letzte Meldung:   Spiel mit dem Feuer – wie Eiszeitjäger das Landschaftsbild Europas prägten   Bereits vor 20.000 Jahren haben Jäger und Sammler möglicherweise gezielt Feuer eingesetzt und damit zur Entstehung des lichten Charakters der eiszeitlichen europäischen Landschaft beigetragen. Das legt eine kürzlich im Fachjournal "PLOS ONE" veröffentlichte Studie nahe, zu deren Autoren auch eine Senckenberg-Wissenschaftlerin gehört. Es wäre einer der frühesten Hinweise auf einen großflächigen Eingriff des Menschen in die natürliche Vegetation seiner Umgebung. Der Befund erklärt, warum Analysen von Sedimenten belegen, dass in der Eiszeit in Europa eine offene Steppenlandschaft vorherrschte, während Veg....

Erdgeschichte - Devon

Im Devon befinden sich Gondwana und Euramerika auf Kollisionskurs, Riffe wachsen und versinken wieder. Es findet eine Aufwölbung der Mitteldeutschen Schwelle als Vorzeichen auf die drohende Plattenkollision statt. Das Festland wird erfolgreich durch Pflanzen und Insekten besiedelt, es gibt Süßsasserfische und erste Amphibien. Grapthlithen und Tentakuliten sterben aus.

Durch die Kaledonische Gebirgsbildung ist auf dem neuen Großkontinent Euramerika das ausgedehnte "Old-Red-Festland" entstanden. Weitläufige Schelfmeere bedecken die Westseite des Großkontinents (Nordamerika) und die Ostseite (Rußland). Die Südseite dagegen säumt der schmale Varistische Meerestrog (Mitteleuropa). Südlich davon nähert sich Gondwana mit Ur-Südeuropa, das bereits im Mittel-Devon tropische Breiten erreicht. Bei weiterer Annäherung wird die Mitteldeutsche Schwelle aufgewölbt und damit die Varistische Gebirgsbildung angekündigt. Weltweit tritt früh im Ober-Devon ein Massensterben der Lebewelt auf.

Der Abtragungsschutt des Kaledonischen Gebirges füllt sowohl die Binnensenken des Old-Red-Festlandes (England, Schottland), als auch den Varistischen Meerestrog (Ardennen, Rheinisches Schiefergebirge). Als im Mittel-Devon die Old-Red-Gebirgshöhen eingeebnet sind, und die Schüttung in den Varistischen Trog nachläßt, überwiegen dort fortan Korallen-Riffe (Eifel, Sauerland). Im späten Devon versinken die Riffe, während gleichzeitig wieder festländischer Erosionsschutt in den Trog gelangt. Er stammt von der südlich angrenzenden Mitteldeutschen Schwelle, die nach ihrem Verlanden zum Abtragungsgebiet geworden ist. Südlich davon, bis hin nach Gondwana, schließt sich der Paläotethys-Ozean mit seinen Randmeeren an (Frankenwald, Thüringer Wald, Böhmen, Karnische Alpen, Spanien).

Die Küstensäume und feuchten Niederungen werden von Gefäßpflanzen und zunehmend von Ur-Bärlapp, Schachtelhalm, Ur-Farn und Ur-Samenpflanzen besiedelt. Während am Anfang des Devons die Gefäßpflanzen noch niedrig sind, gibt es am Ende der Periode Waldbäume bis zu 30 Meter Höhe. Damit erweist sich das Devon als der wichtigste Abschnitt der Erdgeschichte für die Entwicklung der Pflanzen (es gibt schon Kohlevorkommen). Die Pflanzendecke bietet nun auch Milben, Spinnen und flügellosen Insekten Lebensraum. Dem Leben in flachen Binnengewässern haben sich Quastenflosser angepaßt. Ihre paarigen Brust- und Bauchflossen mit knöchernen Stützskeletten leiten stammesgeschichtlich zu den Vierfüßern über, die noch vor Ende des Devons in Gestalt des ersten Amphibs Ichthyostega auftreten. Vom Leben im Meer sind Conodonten, Trilobiten und vor allem Brachiopoden aus der Gruppe der Spiriferen überliefert. Bei den Cephalopoden entstehen im frühen Devon die spiralig aufgerollten Alt-Ammoniten. Die Graptolithen und Tentakuliten dagegen sterben aus.

Berühmte Fundstätten: Rheinisches Schiefergebirge, Prager Mulde, Marokko, New York.

Literatur