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Spezies: | Sahelanthropus tchadensis |
| lebte vor: | ca.7 Millionen Jahren | |
| Lebensraum: | Nord- und Ostafrika | |
| Entdecker: | Michel Brunet | |
| Typusexemplar: | Nr. TM 266-01-060-1 |
In Zentralafrika, im Tschad, wurde 2001 ein fossiler Schädel und mehrere Unterkiefer und Zähne einer Primatenart entdeckt, deren Alter auf 6 bis 7 Millionen Jahre geschätzt wird.
Für die Funde konnte allerdings keine sichere Datierung vorgenommen werden, da vulkanisches Material für eine Argon-Bestimmung fehlt. Begleitfossilien, deren Altersbestimmung an anderen Plätzen in Afrika als relativ sicher vorgenommen werden kann, erhärten jedoch den angenommenen Zeitraum.
Das Hirnvolumen beträgt ca. 320 bis 350 cm³, liegt damit unterhalb dessen der späteren Australopithecinen. Die Größe der Eckzähne jedoch kommt denen der Vormenschen schon sehr nahe. Die Augenbrauenwülste entsprechen weitgehend denen der heutigen Gorillas, die untere Hälfte des Gesichtes ist vergleichsweise menschenähnlich aufgebaut.
Es fehlen vom Sahelanthropus jedoch Skeletteile, die es erlauben, einen Rückschluß auf seine Fortbewegungsart zu ziehen. Die Begleitfossilien machen allerdings wahrscheinlich, dass er sich in einer Baumregion bewegte.
Der Fund erhielt diesen wissenschaftlichen Namen wegen seines Fundortes im Tschad und der Sahel-Zone. Wie viele andere bedeutende Menschenfunde, etwa Taung und Lucy erhielt er aber auch einen Spitznamen: Toumaï. In der Sprache der Bewohner der Djurab-Wüste wird dieser Name, der "Hoffnung auf Leben" bedeutet, häufig Kindern gegeben, die kurz vor der Trockenzeit geboren werden.
Artikel: Hans-Peter Willig
Quelle: Michel Brunet u.a.: A new hominid from the Upper Miocene of Chad, Central Africa. Nature 418, S. 145–151, 11. Juli 2002, doi:10.1038/nature00879