|
|
In der Djurab-Wüste im Tschad in Zentralafrika wurde im Jahr 2001 ein fossiler Schädel und mehrere Unterkiefer und Zähne einer möglicherweise aufrecht gehenden Primatenart entdeckt, deren Alter auf 6 bis 7 Millionen Jahre geschätzt wird.
Für die Funde konnte allerdings keine sichere Datierung vorgenommen werden, da vulkanisches Material, das für eine sichere Altersbestimmung notwendig ist, an diesem Fundort fehlt. Jedoch erhärten Begleitfossilien, deren Alter an anderen Fundstellen Afrikas relativ sicher bestimmt werden konnte, den von den Forschern angenommenen Zeitraum.
Das Gehirnvolumen von Sahelanthropus tchadensis beträgt ca. 320 bis 350 cm³ und liegt damit unterhalb dessen späterer Australopithecinen. Die reduzierte Größe seiner Eckzähne kommt denen der Vormenschen jedoch schon sehr nahe. Die Überaugenwülste entsprechen weitgehend denen der heutigen Gorillas, die untere Hälfte des Gesichtes ist vergleichsweise menschenähnlich aufgebaut.
Es fehlen jedoch jene Skeletteile von Sahelanthropus, die einen sicheren Rückschluß auf seine Fortbewegungsart erlauben würden. Einige Forscher, insbesondere die Erstbeschreiber (Brunet et al., 2002) deuten jedoch die Position des Foramen magnum als Beweis für den aufrechten Gang. Das Foramen magnum ist Durchtrittsstelle für das Zentrale Nervensystem: je mittiger es unterhalb des Schädels positioniert ist, desto wahrscheinlicher ist die aufrechte Körperhaltung des entsprechenden Individuums. Die Begleitfossilien deuten darauf hin, dass Sahenlanthropus in einer bewaldeten Region lebte.
Der Fund erhielt seinen wissenschaftlichen Namen in Anlehnung an seinen Fundort im Tschad und der Sahel-Zone. Wie viele andere bedeutende Menschenfunde, etwa dem Kind von Taung oder der berühmten Lucy erhielt auch Sahelanthropus einen Spitznamen: Toumaï. In der Sprache der Bewohner der Djurab-Wüste wird dieser Name, der "Hoffnung auf Leben" bedeutet, häufig Kindern gegeben, die kurz vor der Trockenzeit geboren werden.