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6 Millionen Jahre - Orrorin tugenensis: im Oktober 2000 fand ein französisch - kenianisches Team in der Baringo-Region in Kenia die Reste des nach ihren Angaben ältesten Vorläufers des Menschen. Doch noch immer rätseln Forscher, ob der so genannte Millenium-Mann mehr Mensch oder mehr Affe war.
Bereits in den 1970er Jahren entdeckten Forscher in den Tugen Hills in Kenia bei einer Ausgrabung einen ungewöhnlichen Zahn. Sie konnten damals aber nicht klären, ob der einstige Besitzer noch ein Affe war oder vielleicht schon ein früher Vertreter der Gattung Homo. Um das zu klären, bat die kenianische Regierung die beiden Paläoanthropologen Martin Pickford und Brigitte Senut im Sommer 2000 dort nach weiteren Knochen zu graben. Und tatsächlich hatten die Forscher Glück:
Sie fanden Überreste von mindestens vier Individuen, insgesamt sind es mehr als 20 Knochen- und Knochenfragmente.
Die Oberschenkelknochen zeigen, dass die Entwicklung zum aufrechte Gang bereits begonnen hatte. Der Bezahnung nach handelte es sich bei den Mitgliedern der Spezies um schimpansenähnliche Menschenaffen, die möglicherweise bereits den Entwicklungsweg zu den Homininen eingeschlagen hatten. In der Fachwelt ist jedoch umstritten, ob Orrorin tugenensis ein direkter Vorfahr der Australopithecinen (und damit des Menschen) war. Die Fundlücke in Afrika bis vor ca. 6 Millionen Jahren gibt zu vielerlei Spekulationen Anlaß. Die nach molekulargenetischen Untersuchungen vor etwa 7 Millionen Jahren zu vermutende Abspaltung der zum Menschen führenden Linie von den anderen Menschenaffen ist fossil bisher nicht zu belegen.
Artikel: 2006, Letztes update: 04.02.2012 um 01:16
Quelle:
M. Pickford, B. Senut: ‚Millennium ancestor‘, a 6-million-year-old bipedal hominid from Kenya. South African Journal of Science 97 (1-2), 2001