Die Hominiden - große Artenvielfalt

Das Wort  »hominid« verweist auf die Mitglieder der Familie der Menschen (Hominidae). Sie umfasst alle Spezies die seit dem letzten gemeinsamen Vorfahren von heutigen Menschenaffen und Menschen gelebt haben.

»Hominiden« ist die traditionelle Bezeichnung in der evolutionären Taxonomie [?]. Sie stellt das Taxon Hominiden (Australopithecinen, fossiler und rezenter Homo) den Pongiden (Schimpanse = Pan, Gorilla, Orang Utan = Pongo) gegenüber.

Nach neueren Erkenntnissen ist diese Gruppierung nicht mehr haltbar. So wird heute in der phylogenetischen Systematik Gorilla, Schimpanse und Mensch als ein Taxon Hominidae dem Orang Utan als  einzigem Vertreter eines Taxons Ponginae gegenübergestellt.

Außerhalb der fachwissenschaftlichen Literatur wird aber meist noch der Begriff Hominiden im oben definierten Sinne verwendet - auch auf dieser Webseite. Hominide gehören zur Überfamilie aller Affen, den Hominoidea, deren Mitglieder "hominoide" genannt werden.

Obwohl Fossilfunde von hominiden Überresten bei weitem nicht komplett sind und die Beweisstücke oft nur fragmentarisch vorliegen, so gibt es doch genug, um einen guten Umriss der menschlichen Evolutionsgeschichte zu zeichnen.

Vor noch nicht allzu langer Zeit nahmen die Fachleute an, dass sich die Trennung zwischen Menschen und den heute lebenden Menschenaffen vor 15 bis 20 Millionen Jahren vollzog, oder sogar noch früher (vor 30 oder 40 Millionen Jahren). Einige Affen, wie der wegen seiner menschenähnlichen Gebissform oft als »missing link« bezeichnete Ramapithecus kamen innerhalb dieser Zeitspanne vor. Ramapithecus wurde allgemein als ein Hominide und somit als ein möglicher Vorfahr der Menschen betrachtet. Spätere Fossilfunde deuteten jedoch darauf hin, dass Ramapithecus näher mit dem Orang-Utan verwandt war, und neue biochemische Untersuchungen scheinen zu beweisen, dass der letzte gemeinsame Vorfahr von Menschenaffen und Menschen vor 5 bis 10 Millionen Jahren lebte, und möglicherweise sogar am unteren Ende dieser Zeitspanne (Lewin 1987).

Ramapithecus wird deshalb nicht länger als hominid und somit nicht mehr als Vorfahre der Menschen betrachtet.

Die Wissenschaft, die sich mit menschlichen Fossilien beschäftigt, wird Paläoanthropologie genannt. Sie ist der Schnittpunkt der Disziplinen Paläontologie(das Studium ausgestorbener Lebensformen) und Anthropologie (das Studium der Menschen).


1. Reich (Regnum) Zoa (Tiere)
2. Unterreich (Subregnum) Metazoa (Vielzeller)
3. Stamm (Phylum) Chordatiere (Rückensaitentiere)
4. Unterstamm (Subphylum) Vertebrata (Wirbeltiere)
5. Klasse (Classis) Mammalia (Säugetiere)
6. Unterklasse (Subclassis) Eutheria (Plazentatiere)
7. Ordnung (Ordo) Primates (Herrentiere)
8. Unterordnung (Subordo) Haplorhini (Trockennasenaffen)
9. Teilordnung (Infraordo) Catarrhini (Schmalnasenaffen)
10. Überfamilie (Superfamilia) Hominoidea (Menschenartige)
11. Familie (Familia) Hominidae (Menschenaffen und Menschen)
12. Unterfamilie (Subfamilia) Homininae (afrikanische Menschenaffen und Menschen)
13. Gattungsgruppe (Tribus) Hominini (Menschen)
14. Gattung (Genus) Homo (Mensch)
15. Art (Spezies) Homo sapiens (vernunftbegabter Mensch)
16. Unterart (Subspezies) Homo sapiens sapiens (anatomisch moderner Mensch)
© Hans-Peter Willig, München User online 12   gestern 1252   heute 185 Glossar LinklisteSitemapMail