Letzte Meldung:   Spiel mit dem Feuer – wie Eiszeitjäger das Landschaftsbild Europas prägten   Bereits vor 20.000 Jahren haben Jäger und Sammler möglicherweise gezielt Feuer eingesetzt und damit zur Entstehung des lichten Charakters der eiszeitlichen europäischen Landschaft beigetragen. Das legt eine kürzlich im Fachjournal "PLOS ONE" veröffentlichte Studie nahe, zu deren Autoren auch eine Senckenberg-Wissenschaftlerin gehört. Es wäre einer der frühesten Hinweise auf einen großflächigen Eingriff des Menschen in die natürliche Vegetation seiner Umgebung. Der Befund erklärt, warum Analysen von Sedimenten belegen, dass in der Eiszeit in Europa eine offene Steppenlandschaft vorherrschte, während Veg....
Titelbild: © Nina Aldin Thume
 

Erste Hochkulturen

Während aus der frühesten sumerischen Bilderschrift die Keilschrift entstand, entwickelten die alten Ägypter um 3000 v. Chr. im Niltal ihre Hieroglyphenschrift.

700 Jahre später überschritten die frühen Bewohner des Industales diese Grenze zur Zivilisation. Auf der griechischen Insel Kreta schuf dann die dortige minoische Kultur ein eigenes Schriftsystem (das bis heute nicht völlig enträtselt ist), und um das Jahr 1500 v.Chr. erfanden die Hethiter in Kleinasien eine eigene Hieroglyphenschrift, während in China -weitgehend abgeschieden von der kulturellen Entwicklung im Vorderen Orient -die Vorläufer der modernen chinesischen Schrift auftauchten. (Später wurde die Schrift auch von den mittel-amerikanischen Maya und den südamerikanischen Inka -sie verwendeten eine »Knotenschrift«- erfunden.)

Die frühen Schriften bestanden aus sehr vielen Symbolen und waren deshalb schwer zu lernen. Die entscheidende Vereinfachung kam mit der Erfindung des Alphabets: Um 1400 v. Chr. verwendeten die Bürger der Hafenstadt Ugarit an der Mittelmeerküste des heutigen Syrien nur noch wenige Schriftzeichen, die in einer ganz bestimmten Reihenfolge aufgelistet waren und von denen jedes für einen bestimmten Laut stand. Ugarit wurde etwa 200 Jahre später zerstört, doch die Idee machte Karriere. Die Phönizier, südliche Nachbarn der Ugariter und Handelsmeister der frühen Antike, trugen ihr Alphabet aus 22 Buchstaben rund um den Mittelmeerraum. Ihre Handelspartner in Griechenland übernahmen die praktische Schrift -und verbesserten sie, indem sie als erste auch Vokale (a, e, i, o, u) ins Alphabet aufnahmen. Damit war, etwa 800 v.Chr. der Weg zu modernen Alphabeten geebnet. Der Rest ist geschriebene Geschichte.

Viele Zeugnisse belegen den Übergang von einfachen Bauerngesellschaften zu komplizierten Staatswesen. Die eindrucksvollsten Monumente aus dieser Phase des Aufbruchs sind die großen ägyptischen Pyramiden. Diese gigantischen Grabmale, die alle zwischen 2650 und 2500 v. Chr. von bezahlten Arbeitern aufgetürmt wurden, sind möglicherweise die steinernen Zeugen der Gründung des ersten Staates: Einer interessanten Theorie zufolge schweißte die gewaltige Organisations- und Arbeitsleistung die im Niltallebenden Menschen zum zweieinhalb Jahrtausende überdauernden ägyptischen Reich zusammen. Auf jeden Fall markieren die Pyramiden einen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit.