Die ersten Bauern


Das Einbringen und Lagern von Getreide und anderen Früchten erforderte neue Werkzeuge und Transportgefäße. Schon Sammler- Gesellschaften - wie jenes von der Ernte wildwachsenden Weizens lebende Volk der Natufier, das im heutigen Palästina siedelte - verwendeten sichelähnliche Feuersteinmesser zum Schneiden der Wildgräser.

Sauber gearbeitete Steinsicheln mit Holzgriffen waren das Grundwerkzeug der ersten Getreidebauern. Andere Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände aus dieser letzten Phase der Steinzeit -der Jungsteinzeit -zeigen ebenfalls die Spuren einer seßhaften Lebensweise: Ihre Stein-, Holz- oder Knochenoberfläche ist geglättet oder gar geschliffen - ein Zeichen der zunehmenden Spezialisierung ihrer Hersteller. Die Wurzeln der Handwerksberufe reichen zurück in diese Zeit.

Gefäße aus einem damals entdeckten Werkstoff ermöglichen es heute den Archäologen, die verschiedenen Kulturstufen sauber einzuordnen: Tonwaren und Keramik. Die ältesten Töpferarbeiten, rund 12000 Jahre alt, wurden im fernen Japan gefunden und stammen noch aus der Zeit vor der Einführung des Ackerbaus. Einfach geformte, schmucklose Tongefäße waren vor 8000 Jahren im Nahen Osten verbreitet. Dann, innerhalb von einem Jahrtausend, tauchten immer kunstvoller geformte, mit Bändern und anderen geometrischen Mustern verzierte Töpfe und Schalen in ganz Nordafrika, Europa und Asien auf.

In der Neuen Welt verlief die landwirtschaftliche Entwicklung ähnlich und kaum später. Die neuen Erkenntnisse breiteten sich langsam von den kulturellen Zentren in die umliegenden Regionen aus. So drang der Ackerbau vor knapp 8000 Jahren aus Kleinasien kommend in den Südosten Europas vor, erreichte 2000 Jahre später Deutschland und war schließlich vor rund 5000 Jahren auch in Spanien, Großbritannien und Skandinavien bekannt. Die Weichen in Richtung Zivilisation waren gestellt, und im alten ägypten entstanden schon wenig später die ersten Bildwände, auf denen die Arbeit der frühen Bauern dargestellt ist.


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