Adolf Dirr

Dieser Artikel befasst sich mit dem Philologe, Linguist, Ethnologe und Kaukasusforscher Adolf Dirr. Zum gleichnamigen SS-Führer und Leibwächter Hitler siehe Adolf Dirr (Leibwächter) (1907–1998).
Adolf Dirr

Adolf Dirr (* 17. Dezember 1867 in Augsburg; † 9. April 1930 in Passau) war ein deutscher Philologe, Linguist, Ethnologe und Kaukasusforscher. Sein Wirkungsort war Tiflis in Georgien. Ab 1913 war er Konservator am Museum für Völkerkunde in München. Im Ersten Weltkrieg gehörte er 1918 der Deutschen Kaukasus-Truppe unter General Kreß von Kressenstein in Georgien an. Er leistete bahnbrechende Arbeiten auf dem Gebiet der kaukasischen Sprachforschung.

Kaukasische Märchen

Sein populärstes Werk sind seine Kaukasische Märchen betitelten Übersetzungen von Volksdichtungen der Abchasen, Aghulen, Artschiner, Awaren, Hürkaner, Imereter, Kabardiner, Karatschiner, Mingrelier, Laken ("Ghazikumuch"), Kumüken, Küriner, Osseten, Swaneten, Tabassaraner, Taten, Tschetschenen, Uden und Zachuren, die in der Sammlung Die Märchen der Weltliteratur Aufnahme fanden. Darin werden 98 Volksdichtungen der Kaukasus-Völker vorgestellt: Märchen, Tierfabeln, Nartensagen, Rustamsagen, Prometheussagen, Polyphemsagen, Sagen von Salomo dem Weisen, Sagen von Alexander dem Großen, Schelmenstreiche, Schildbürgerstreiche, von Mulla Nasreddin.

Werke

  • Grammatica Udinskago jazyka. Tiflis 1903
  • Grammatičeskij očerk tabassaranskago jazyka s tekstami, sbornikom tabassaranskich slov i russkim k nemu ukazatelem. Tiflis 1905
  • Kaukasische Märchen. Jena : Diederichs 1920 (Die Märchen der Weltliteratur)
  • Einführung in das Studium der kaukasischen Sprachen : mit einer Sprachenkarte. Leipzig : Asia Major 1928 (NDr. Leipzig : Zentralantiquariat 1978)
  • Gesänge russischer Kriegsgefangener / Bd. 3, Abt. 1 / Kaukasusvölker : georgische Gesänge. 1928

Literatur

  • Bruno Öhrig: Adolf Dirr (1867 - 1930). Ein Kaukasus-Forscher am Münchner Völkerkundemuseum, in: Münchner Beiträge zur Völkerkunde 6, 2000

Weblinks

Siehe auch

  • Sprachen Georgiens
  • Kaukasus