Achim Leube

Achim Leube (* 27. Januar 1936 in Berlin) ist ein deutscher Prähistoriker.

Leben und Werk

Achim Leube studierte nach seinem Abitur von 1954 bis 1958 Ur- und Frühgeschichte, Ethnographie und Deutsche Volkskunde an der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss das Studium als Diplom-Ur- und Frühgeschichtler ab. 1958/59 war er dort wissenschaftlicher Assistent und 1959 bis 1962 planmäßiger wissenschaftlicher Aspirant am Fachbereich Ur- und Frühgeschichte. 1962 wurde Leube mit promoviert, Thema seiner Dissertation war Die kulturelle Entwicklung von der frühen zur späten römischen Kaiserzeit im Oder-Spree-Gebiet Brandenburgs. Als Prüfer fungierten Karl-Heinz Otto und Paul Grimm. Vom September 1962 an war Leube bis 1968 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum für Ur- und Frühgeschichte Schwerin, Außenstelle Stralsund, und gleichzeitig Bezirksbodendenkmalpfleger. Daran schloss sich bis 1991 die Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Alte Geschichte und Archäologie an der Akademie der Wissenschaften der DDR an. 1971 erfolgte der Eintritt in die SED. Leube habilitierte 1990 zu Siedlung und Wirtschaft im nördlichen Mitteleuropa während des 1. bis 6. Jahrhunderts n. Chr., Gutachter waren Bruno Krüger, Heinz Grünert und Horst Keiling. Nach kurzer Tätigkeit 1992 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Archäologischen Institut lehrte Achim Leube von 1992 bis zu seiner Pensionierung 2001 als Professur am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Leube ist ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Leube wurde am 11. Januar 2013 vom Staatssekretär für Wissenschaft Knut Nevermann in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.[1]

Leubes Forschungsschwerpunkte liegen bei der Kultur, den Siedlungen, der Wirtschaft und der Geschichte der germanischen Stämme des nördlichen Mitteleuropas während des 1. bis 6. Jahrhunderts n. Chr., der Forschungsgeschichte der Deutschen Prähistorie vom 16. Jahrhundert bis 1945, insbesondere der Zeit von 1933 bis 1945 und ihre Beeinflussung durch die SS-Forschungsgemeinschaft Ahnenerbe unter Himmler und das Amt für Vorgeschichte unter Rosenberg, sowie der Entwicklung, ideologischen und politischen Einbindung der deutschen Prähistorie 1933 bis 1945. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind die Forschungsgeschichte in Brandenburg von den Anfängen bis 1945, die römische Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit im Havelland und in der Niederlausitz (1.-6. Jh. n. Chr.) und die Ur- und Frühgeschichte der Insel Rügen.

Schriften

  • Die kulturelle Entwicklung von der frühen zur späten römischen Kaiserzeit im Oder-Spree-Gebiet Brandenburgs (3 Bände, Dissertation), Berlin 1962
  • Die römische Kaiserzeit im Oder-Spree-Gebiet, Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1975 (Veröffentlichungen des Museums für Ur- und Frühgeschichte Potsdam, Bd. 9)
  • (Hrsg.) Haus und Hof im östlichen Germanien, Habelt, Bonn 1998 (Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie, Bd. 50/Schriften zur Archäologie der germanischen und slawischen Frühgeschichte, Bd. 2) ISBN 3-7749-2795-2
  • (Hrsg.) Prähistorie und Nationalsozialismus. Die mittel- und osteuropäische Ur- und Frühgeschichtsforschung in den Jahren 1933–1945, Synchron, Heidelberg 2002 (Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, Bd. 2) ISBN 3-935025-08-4
  • Prähistorie zwischen Kaiserreich und wiedervereinigtem Deutschland. 100 Jahre Ur- und Frühgeschichte an der Berliner Universität Unter den Linden. Habelt, Bonn 2010. ISBN 978-3-7749-3629-4.

Literatur

  • Michael Meyer (Hrsg.): „... trans Albim fluvium“. Forschungen zur vorrömischen, kaiserzeitlichen und mittelalterlichen Archäologie. Festschrift für Achim Leube zum 65. Geburtstag. Leidorf, Rahden 2001, ISBN 3-89646-390-X (Internationale Archäologie. Studia honoraria. Bd. 10).
  • Lothar Mertens: Das Lexikon der DDR-Historiker. Saur, München 2006, ISBN 3-598-11673-X, S. 392-393.

Weblinks

Belege

  1. Bundesverdienstkreuz am Bande für Achim Leube, Humboldt-Universität zu Berlin, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Nachricht vom 21. Januar 2013 von Constanze Haase, abgerufen am 25. Januar 2013