A-Gruppe

Die A-Gruppe ist eine vorgeschichtliche Kultur in Unternubien. Ihre Herkunft ist unsicher. Sie datiert im 4. Jahrtausend v. Chr. von etwa 3600-3000 v. Chr. und wird in drei Stufen unterteilt: Die frühe, die klassische und schließlich die Endphase. Die A-Gruppe ist vom südlichen Ägypten (etwas nördlich von Assuan) bis in das Gebiet des 2. Kataraktes belegt.

Bei der A-Gruppe scheint es sich um Leute mit halbnomadischer Lebensweise gehandelt zu haben, die wohl in lockeren Familienverbänden lebten. Es lassen sich kaum soziale Differenzierungen ausmachen. Nur in der Spätphase gibt es einige besonders reich ausgestattete Gräber, die anscheinend lokalen Häuptlingen gehörten. Die beiden größeren Siedlungszentren waren Sayala und Qustul.

Es wurden Weizen, Gerste und einige Früchte, wie Dattelpalmen kultiviert, daneben gibt es Belege für Viehzucht, wie Ziegen und Schafe. Rinder sind nur selten bezeugt. Das Fehlen von Großvieh mag dabei auf die besonderen klimatischen Bedingungen von Unternubien zurückzuführen sein. Hier gab es so gut wie keine ausreichenden Weidegründe. Daneben kann Fisch- und Wildfang angenommen werden. Die Töpferei, Lederverarbeitung und Korbwaren waren bekannt. Metall war noch nicht bekannt. Alle weiteren hochwertigen Objekte scheinen aus Ägypten importiert worden zu sein.

Die Keramik der A-Gruppe ist handgemacht, sehr fein und mit geometrischen Mustern verziert.

Die A-Gruppe ist ab etwa 2800 v. Chr. im archäologischen Kontext nicht mehr nachweisbar. Dies wurde in der Vergangenheit oft mit einer Entvölkerung Unternubiens erklärt, was mit der Staatsbildung in Ägypten in Verbindung gebracht worden ist. Die Ägypter hätten demnach Unternubien entvölkert und die Bewohner nach Ägypten verschleppt. Jüngeren Untersuchungen zufolge ist diese These jedoch nicht haltbar; mehrere ägyptische Quellen erwähnen regelmäßige Beutezüge der Ägypter nach Unternubien, bei denen Kleinvieh erbeutet wurde, was auf eine kontinuierliche Besiedlung schließen lässt. Daher wird heute eher angenommen, dass die Träger der A-Gruppen-Kultur vorübergehend zu einer rein nomadischen Lebensweise zurückkehrten und deshalb keine Spuren im Boden hinterließen.

Literatur

  • Hans-Åke Nordström: Neolithic and A-group sites. With contributions by Randi Håland, Gun Björkman and Torgny Säve-Söderberg. 2 Bände (Text, Tafeln). Läromedelsförlagen, Stockholm 1972, ISBN 91-24-21671-2 (The Scandinavian joint expedition to Sudanese Nubia. Publications 3, 1–2).

Weblinks