Die moderne Paläoanthropologie untersucht die Evolution des Menschen. Sie basiert auf der Evolutionstheorie von Charles Darwin (1809-1882) und bewegt sich innerhalb der Grenzen der biologischen und geologischen Wissenschaften. Ihr Arbeitsgebiet reicht von den anatomischen und funktionellen Merkmalen bis zu der dem Menschen eigenen Kulturfähigkeit.
Diese Homepage behandelt viele Themen, die für die Hominisation von Bedeutung sind. Im Bereich Specials kann der Besucher Methoden und Abläufe von Randgebieten der Paläoanthropologie, wie Datierung oder Fossilisation in Erfahrung bringen.
Neue technische Möglichkeiten wie molekulargenetische Untersuchungen sowie spektakuläre Fossilfunde haben in jüngster Zeit zu zahlreichen neuen Erkenntnissen über die Anfänge der Menschheit und ihrer Evolution geführt. Doch trotz aller Funde fossiler Menschenreste fehlen im Puzzle der Stammesgeschichte der Hominiden 99,99% der Teile, die unsere Herkunft vollständig belegen könnten.
Das Rätsel unserer Evolution ist also noch lange nicht gelöst. Seit Charles Darwins Zeiten haben die Auseinandersetzungen darüber, wie wir wurden, was wir sind, nichts an Brisanz verloren. Weil sich aus den Ergebnissen der beteiligten Wissenschaften oft nur Indizien - wenn auch meist gut begründete - für die Evolution des Menschen ergeben, können in der Päläoanthropologie keine Aussagen im Sinne eines Richtig-Falsch-Schemas erwartet werden, sondern lediglich Hypothesen, die wahrscheinlicher sein können als andere. Die einzigen harten Beweise für die Stammesgeschichte des Menschen sind fossile überreste, die aber nur äußerst spärlich zur Verfügung stehen. Je nachdem, wer sich wann, wo und wie daran versucht, unterscheiden sich die Resultate erheblich: Das jeweilige wissenschaftliche und kulturelle Weltbild des Rekonstrukteurs, ideologische und religiöse Parameter bestimmten und bestimmen weithin das Ergebnis.
Eines scheint jedoch klar zu sein: Afrika war die Wiege der Vor- und Urmenschen; es gibt keinen einzigen Fossilienfund aus irgendeinem Teil der Welt, der dies widerlegen könnte. Daher steht dieser Kontinent im Zentrum der Wissenschaft von den fossilen Menschen, der Paläoanthropologie. Ansonsten ist heute vieles strittig, auch die Abgrenzung der Gattung Homo. Das riesige Forschungsfeld, das die Herkunft des Menschen untersucht, umfasst inzwischen verschiedenste wissenschaftliche Disziplinen, von den Geo- bis zu den Molekularwissenschaften, die mit den neuen Untersuchungsmethoden und wissenschaftlichen Konzepten die Evolution des Menschen aufzuklären suchen. Fossilien und die Geschichten, die sie erzählen, machen nur einen kleinen Teil der Untersuchungsobjekte aus. trotzdem fesseln alte Knochen und andere Zeugnisse der Vorzeit das Interesse von Laien wie Fachleuten in besonderm Maße.